Von Dr. Llanos Medrano.
Genetische Unverträglichkeit tritt auf, wenn eine negative Interaktion zwischen den Genen beider Partner besteht. Zu den möglichen Ursachen gehört die Übertragung rezessiver genetischer Mutationen, das heißt das Vorhandensein bestimmter Erbkrankheiten, die bei den Eltern nicht auftreten, aber bei den Kindern manifest werden können.
Einfach gesagt: Selbst, wenn die Eltern keine Symptome bestimmter genetischer Krankheiten zeigen, kann das Baby erkranken, wenn beide jeweils eine Kopie desselben defekten Gens tragen. Die Krankheit tritt nur dann auf, wenn beide Kopien des Gens defekt sind. Diese Art der Unverträglichkeit wird nicht immer sofort erkannt und bleibt oft unentdeckt, bis ein Paar versucht zu zeugen und das Baby genetische Probleme zeigt.
Es wird geschätzt, dass etwa 2 von 10 Paaren weltweit Fruchtbarkeitsprobleme haben. Die Weltgesundheitsorganisation warnt sogar, dass 1 von 6 Personen unfruchtbar ist.
Obwohl genaue Statistiken variieren, wird geschätzt, dass etwa 1-2% der Paare genetische Unverträglichkeitsprobleme bei Fruchtbarkeitsbehandlungen erleben. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass präventive Gentests immer zugänglicher werden, um Probleme vor Beginn der Behandlung zu erkennen.
Da es sich um genetische Probleme handelt, lässt sich dies nicht grundsätzlich vermeiden, aber eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um Probleme beim zukünftigen Baby zu verhindern. Daher wird empfohlen, vor einer Fruchtbarkeitsbehandlung eine genetische Beratung durchzuführen, insbesondere bei familiären Vorerkrankungen oder wenn die Eltern mutierte Gene tragen. Dies hilft, Risiken zu identifizieren und frühzeitig Entscheidungen zu treffen.

In diesem Zusammenhang ist die Reproduktionsmedizin eine Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu erreichen. In-vitro-Fertilisation (IVF) ist in diesen Fällen besonders effektiv, da es zahlreiche Möglichkeiten gibt, die Erfolgsquote (gesundes Baby zu Hause) zu erhöhen.
Dazu gehört der genetische Kompatibilitätstest, der eine Reihe rezessiver Erbkrankheiten sowohl bei den Wunscheltern als auch bei den Gametenspendern untersucht. So wird verhindert, dass die Kombination beider Gameten zu einer rezessiven Erkrankung führt, die sich beim zukünftigen Baby manifestiert.
IVF-Life bietet einen genetischen Kompatibilitätstest an, der genetische Veränderungen bei Paaren erfasst, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen. Der Test identifiziert über 500 Gene, die Krankheiten verursachen können, und bewertet die genetische Kompatibilität zwischen der Eizellspenderin und dem Samenlieferanten.
Die Analyse umfasst mehr als 250 vererbte genetische Krankheiten, einschließlich Mukoviszidose, Sichelzellenanämie und anderen seltenen Erkrankungen. Mit diesem Test kann festgestellt werden, ob beide Partner Träger derselben Mutationen sind, um das Risiko zu bewerten, dass ihre Kinder diese Krankheiten erben.
Der Prozess ist einfach und schnell. Beide Partner geben eine Blutprobe ab, die an ein spezialisiertes Labor geschickt wird. Die Testergebnisse werden zeitnah geliefert, und Fachleute können auf Grundlage der Resultate Empfehlungen geben. Sind beide Eltern Träger der gleichen rezessiven genetischen Mutation, kann eine präimplantationsdiagnostische Untersuchung (PID) in Betracht gezogen werden, um gesunde Embryonen auszuwählen und so die Schwangerschaftschancen sowie den Behandlungserfolg zu erhöhen.