Jede medizinische Behandlung, auch eine Kinderwunschbehandlung, erfordert eine gewisse Organisation vor, während und nach dem Ablauf. Dazu gehören unter anderem die einzunehmenden Medikamente, ärztliche Kontrolltermine und Nachsorgeuntersuchungen. Außerdem ist es wichtig, frühzeitig zu planen, ob die Behandlung Auswirkungen auf den beruflichen Alltag haben kann, um gegebenenfalls eine Krankschreibung zu organisieren und vor dem Eingriff alles entsprechend vorzubereiten.
Bei Kinderwunschbehandlungen sind längere Krankschreibungen in der Regel nicht notwendig. Dennoch ist es sinnvoll, die wichtigsten Phasen der Behandlung im Voraus zu planen und die Empfehlungen individuell an die Patientin, die Art ihrer beruflichen Tätigkeit und den Verlauf der Behandlung anzupassen. Im Folgenden beantworten wir einige der häufigsten Fragen, die Patientinnen zu diesem Thema in der Sprechstunde stellen.
Während einer In-vitro-Fertilisation muss die Patientin mehrere Kontrolltermine wahrnehmen, bei denen mittels Ultraschall und Blutuntersuchungen beurteilt wird, wie die Eierstöcke auf die hormonelle Stimulation reagieren. Diese Termine sind in der Regel kurz, können sich jedoch über ein bis zwei Wochen mehrmals wiederholen. Daher ist meist keine Krankschreibung erforderlich, sondern eher eine gewisse zeitliche Flexibilität, um die Termine in der Praxis wahrnehmen zu können.
Der Zeitpunkt, an dem in der Regel Ruhe empfohlen wird, ist der Tag der Eizellentnahme. Dieser Eingriff erfolgt unter Sedierung; daher sollte die Patientin am selben Tag weder Auto fahren noch nach dem Eingriff arbeiten. Einige Patientinnen können bereits am Tag nach dem Eingriff wieder zur Arbeit zurückkehren, während andere zusätzliche 24 bis 48 Stunden benötigen, wenn Bauchbeschwerden, ein Völlegefühl oder Müdigkeit auftreten.
Der Embryotransfer ist ein einfacher, schneller und in der Regel schmerzfreier Eingriff. Er erfordert weder eine Narkose noch einen stationären Aufenthalt, und die Patientin kann kurz nach dem Eingriff nach Hause gehen. Aus diesem Grund ist unter normalen Umständen keine Krankschreibung allein aufgrund des Embryotransfers erforderlich.
Im Allgemeinen wird nach diesem Eingriff keine absolute Bettruhe empfohlen, da sich der Embryo durch Gehen, Arbeiten oder alltägliche Aktivitäten weder verschiebt noch „verloren geht“. Die Gebärmutter ist darauf vorbereitet, den Embryo aufzunehmen und zu schützen, und normale Alltagsaktivitäten beeinträchtigen diesen Prozess nicht.
Viele Patientinnen können bereits am Tag nach dem Embryotransfer wieder arbeiten, sofern sie sich wohlfühlen und keine konkrete medizinische Empfehlung zur Ruhe besteht.

Die allgemeine Empfehlung lautet, einen ruhigen Alltag beizubehalten und in den ersten Tagen intensive körperliche Anstrengung, das Heben schwerer Lasten oder belastende Aktivitäten zu vermeiden. Handelt es sich um eine Bürotätigkeit oder eine Arbeit ohne größere körperliche Belastung, ist die Rückkehr an den Arbeitsplatz meist unproblematisch. Bei Berufen mit sehr langen Schichten, hohem Stressniveau, intensiven repetitiven Bewegungen oder körperlicher Anstrengung kann es hingegen sinnvoll sein, die Tätigkeit vorübergehend anzupassen oder einige Ruhetage in Betracht zu ziehen.
Nach einer IVF zu arbeiten, verringert für sich genommen nicht die Chancen auf eine Schwangerschaft. Entscheidend für die Einnistung sind vielmehr die Embryoqualität, die Rezeptivität der Gebärmutterschleimhaut, die hormonelle Synchronisation sowie weitere medizinische Faktoren, die mit dem jeweiligen Einzelfall zusammenhängen.
In manchen Situationen kann das medizinische Team zu besonderer Vorsicht raten. Zum Beispiel bei:
In diesen Fällen müssen die Empfehlungen individuell angepasst werden.
Nach dem Embryotransfer beginnt die sogenannte Wartezeit bis zum Beta-hCG-Test, also die Zeit bis zum Schwangerschaftstest. Für viele Patientinnen gehören diese Tage emotional zu den schwierigsten Phasen der Behandlung. Manche möchten weiterarbeiten, weil ihnen eine gewohnte Routine hilft, diese Zeit besser zu bewältigen. Andere haben hingegen das Gefühl, das Tempo reduzieren zu müssen.
Es gibt keine richtige Entscheidung, die für alle gilt. Wichtig ist, zwischen dem zu unterscheiden, was der Körper tatsächlich braucht, und dem, was durch Angst bestimmt wird. Arbeiten beeinträchtigt die Einnistung nicht. Wenn die Angst jedoch sehr stark ist oder das berufliche Umfeld besonders belastend ist, kann es sinnvoll sein, einige Tage mit geringerer Arbeitsbelastung zu organisieren oder emotionale Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Auch wenn dies nicht häufig notwendig ist, gibt es Situationen, in denen eine Krankschreibung oder relative Ruhe sinnvoll sein kann. Dies kann nach einer Eizellentnahme bei stärkeren Beschwerden der Fall sein, bei einem Risiko für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom, wenn medizinische Komplikationen auftreten oder wenn die berufliche Tätigkeit intensive körperliche Anstrengung erfordert, die vorübergehend nicht angepasst werden kann.
Eine Krankschreibung kann auch bei Patientinnen mit bestimmten klinischen Vorerkrankungen empfohlen werden oder wenn das medizinische Team der Ansicht ist, dass eine Reduzierung der Aktivität die Sicherheit des Behandlungsverlaufs verbessern kann, auch wenn dies nicht zwangsläufig die Chancen auf eine Einnistung erhöht.
Auch wenn eine Kinderwunschbehandlung eine gewisse Planung erfordert, ist sie in den meisten Fällen mit einem weitgehend normalen Alltag vereinbar. Klare Informationen, das Besprechen von Fragen mit dem medizinischen Team und eine Anpassung des eigenen Tempos, wenn es notwendig ist, können dazu beitragen, den Behandlungsprozess mit mehr Ruhe zu erleben.
Jede Behandlung und jede Patientin ist anders. Deshalb sollten die Empfehlungen immer individuell an die Art der beruflichen Tätigkeit, den medizinischen Verlauf sowie das körperliche und emotionale Wohlbefinden der jeweiligen Patientin angepasst werden.
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