Behandlungen der assistierten Reproduktion für Menschen mit HIV erfolgen unter strengen medizinischen Protokollen, um die Sicherheit sowohl der Mutter als auch des zukünftigen Kindes zu gewährleisten.
Das Risiko einer HIV-Übertragung auf das Baby ist extrem gering, wenn die entsprechenden Protokolle eingehalten werden. Der Zugang zu diesen Behandlungen ist in anderen Ländern restriktiver, was den Zugang zu Fruchtbarkeitsbehandlungen für Menschen mit HIV erschwert.
Nach den neuesten Daten des spanischen Gesundheitsministeriums leben in Spanien zwischen 130.000 und 160.000 Menschen mit dem humanen Immundefizienzvirus (HIV), und jährlich werden rund 3.000 neue Fälle gemeldet, von denen fast 50 % spät diagnostiziert werden. Das Virus ist somit weiterhin in der Gesellschaft präsent und stellt – trotz der Tatsache, dass die Prognose den Betroffenen heute ein normales Leben ermöglicht – eine Herausforderung beim Kinderwunsch dar.
In Spanien haben Menschen mit HIV Zugang zu Behandlungen der assistierten Reproduktion, eine Schlüsseloption für diejenigen, die eine Familie gründen möchten, ohne das Risiko einzugehen, das Virus auf ihren Partner oder ihr zukünftiges Kind zu übertragen. „Trotz der medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritte, die diese Techniken sicher machen, stellen Stigmatisierung und Vorurteile gegenüber HIV weiterhin ein Hindernis in vielen Lebensbereichen der Betroffenen dar – einschließlich Mutterschaft und Vaterschaft“, erklärt Dr. José Manuel Gómez Santana, medizinischer Direktor von IVF-Life Alicante und Spezialist für Reproduktionsmedizin.
Dr. Gómez erläutert, dass „Behandlungen der assistierten Reproduktion für Menschen mit HIV unter strengen medizinischen Protokollen durchgeführt werden, um die Sicherheit sowohl der Mutter als auch des zukünftigen Babys zu gewährleisten“. In diesem Zusammenhang betont er, dass „die assistierte Reproduktion im Vergleich zur natürlichen Empfängnis ein höheres Maß an Kontrolle und Sicherheit bietet, um die Übertragung von HIV auf das zukünftige Kind zu verhindern, wenn ein Elternteil seropositiv ist“.
Ist die HIV-positive Person die Frau, ist es entscheidend, dass sie sich in antiretroviraler Behandlung befindet und vor dem Versuch einer Schwangerschaft eine nicht nachweisbare Viruslast aufweist. Auf diese Weise wird das Risiko einer Virusübertragung auf den Fötus nahezu auf null reduziert.
Im Fall von HIV-positiven Männern umfasst das Verfahren das sogenannte „Spermienwaschen“, eine Technik, bei der das Virus vor der Insemination oder der In-vitro-Fertilisation (IVF) vom Sperma getrennt wird. „Diese Methode hat sehr gute Ergebnisse gezeigt und es vielen Paaren mit einem seropositiven Partner ermöglicht, biologische Kinder ohne Risiko einer HIV-Übertragung zu bekommen“, so Dr. Gómez Santana.
Dank der Fortschritte in der antiretroviralen Therapie und den Techniken der assistierten Reproduktion ist das Risiko einer HIV-Übertragung auf das Baby äußerst gering, sofern die entsprechenden Protokolle eingehalten werden. Tatsächlich liegt die perinatale Übertragungsrate (von der Mutter auf das Kind) heutzutage bei unter 1 %, wenn die Frauen in Behandlung sind und eine nicht nachweisbare Viruslast haben. Darüber hinaus werden während der Schwangerschaft zusätzliche Maßnahmen zum Schutz des Fötus ergriffen, wie die Gabe antiretroviraler Medikamente und gegebenenfalls die Planung eines Kaiserschnitts anstelle einer vaginalen Geburt, sofern der Arzt dies zur weiteren Risikominimierung für notwendig erachtet.
Der Zugang zu diesen Behandlungen ist in anderen Ländern deutlich restriktiver. In Ländern wie China oder Russland erschweren nationale Regelungen den Zugang zu Fruchtbarkeitsbehandlungen für Menschen mit HIV, was Stigmatisierung aufrechterhält und ihre reproduktiven Rechte einschränkt. Spanien hingegen gehört zusammen mit anderen westeuropäischen Ländern zu den Vorreitern in Bezug auf den gleichberechtigten Zugang zu diesen medizinischen Leistungen.
Trotz aller Fortschritte ist HIV weiterhin eine von Tabus umgebene Erkrankung, auch wenn medizinische Entwicklungen es ermöglicht haben, das Virus in vielen Fällen unter die Nachweisgrenze zu senken und damit nicht übertragbar zu machen. In der Gesellschaft wird HIV jedoch weiterhin häufig mit einer hoch ansteckenden und tödlichen Krankheit assoziiert. Diese Fehlwahrnehmung führt zu erheblichen Schwierigkeiten für Menschen mit HIV, die Kinder haben möchten, da sie häufig mit Diskriminierung und sozialer Verurteilung konfrontiert sind.