Von Dr. Manuel Izquierdo (Gynäkologe – Nr. 280308601).
Die Anwendung von Verhütungsmitteln ist bei Paaren oder Frauen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben eine Schwangerschaft vermeiden möchten und gleichzeitig ein aktives Sexualleben führen, sehr verbreitet. Wenn jedoch der Wunsch nach einer Schwangerschaft entsteht, kommen häufig Zweifel und Ängste auf: Können Verhütungsmittel „Spuren“ hinterlassen haben? Ist es normal, dass sich die Schwangerschaft nicht sofort einstellt? Gibt es Verhütungsmethoden, die die Fruchtbarkeit stärker beeinflussen als andere?
Tatsächlich verursachen Verhütungsmittel keine Unfruchtbarkeit, sie können jedoch vorübergehend beeinflussen, wie lange der Körper benötigt, um zu seinem natürlichen Zustand zurückzukehren. Im Folgenden beantworten wir einige der häufigsten Fragen zu diesem Thema.
Je nach Art des verwendeten Verhütungsmittels kann sich die Wiederherstellung der Fruchtbarkeit unterscheiden:
Einige Frauen ovulieren bereits im ersten Zyklus nach dem Absetzen oraler Kontrazeptiva, sodass eine Schwangerschaft sofort möglich ist. Andere benötigen mehrere Monate, bis sich ihr Zyklus wieder normalisiert. Beide Situationen gelten als normal.
Die Zeit bis zum Eintritt einer Schwangerschaft hängt in der Regel nicht von der vorherigen Anwendung von Verhütungsmitteln ab, sondern vielmehr von individuellen Faktoren wie dem Alter, der ovariellen Reserve oder möglichen vorbestehenden Störungen, die während der hormonellen Verhütung nicht erkannt wurden.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass hormonelle Verhütungsmittel bestehende Probleme „maskiert“ haben können. Frauen mit Polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) oder Endometriose erleben unter der Pille oft regelmäßige und schmerzfreie Zyklen. Nach dem Absetzen kehrt der Körper zu seinem natürlichen Zustand zurück, und latente Ovulationsstörungen oder hormonelle Ungleichgewichte können erneut auftreten.
Das Intrauterinpessar (IUP), sowohl hormonell als auch kupferhaltig, wirft häufig Fragen in Bezug auf die Fruchtbarkeit auf. Nach der Entfernung stellt sich die reproduktive Fähigkeit der Frau jedoch schnell und zuverlässig wieder ein.
Die Wirkmechanismen unterscheiden sich: Das hormonelle IUP wirkt lokal, indem es den Zervixschleim verdickt und das Endometrium verändert, während das Kupfer-IUP ein spermienfeindliches Milieu schafft. Keines der beiden verursacht dauerhafte Schäden an Gebärmutter oder Eierstöcken.
Die Fruchtbarkeit wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, oft in Kombination. Zu den häufigsten Ursachen zählt das reproduktive Alter, insbesondere bei Frauen, da die ovarielle Reserve im Laufe der Zeit abnimmt. Auch der allgemeine Gesundheitszustand, das Körpergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, Stress sowie gynäkologische oder andrologische Erkrankungen spielen eine Rolle.
Beim Mann kann die Samenqualität durch ähnliche Faktoren, aber auch durch Infektionen, Varikozele oder hormonelle Störungen beeinträchtigt werden.
Nach dem Absetzen von Verhütungsmitteln stellt sich häufig die Frage, wann eine Abklärung durch einen Spezialisten für Reproduktionsmedizin sinnvoll ist. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, da dies von der individuellen Situation abhängt.
Es können jedoch Richtwerte herangezogen werden, um die Notwendigkeit einer medizinischen Untersuchung einzuschätzen. In den meisten Fällen tritt die Schwangerschaft von selbst ein, ohne dass ein Eingreifen erforderlich ist, auch wenn es Wochen oder sogar Monate dauern kann, je nach zuvor verwendeter Verhütungsmethode.
Als Richtwert gilt: eine Abklärung nach 12 Monaten ungeschütztem Geschlechtsverkehr ohne Schwangerschaft bei Frauen unter 35 Jahren und nach 6 Monaten bei Frauen ab 35 Jahren.
Unabhängig vom Alter ist eine frühere Abklärung empfehlenswert, wenn die Menstruation ausbleibt oder stark unregelmäßig ist, bei bekannten Vorerkrankungen wie PCOS oder Endometriose, nach gynäkologischen Operationen, bei Beckeninfektionen oder bei bekannten männlichen Fertilitätsfaktoren.
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