Von Dr. Pedro Royo Manero (Gynäkologe – Nr. 312203918).
Wir leben umgeben von Technologie. Mobiltelefone, Laptops, WLAN-Netzwerke, kabellose Kopfhörer, Haushaltsgeräte … unser Alltag ist ständig allen Arten von elektronischen Geräten ausgesetzt. Deshalb ist es nur logisch, dass sich viele Menschen mit Kinderwunsch fragen, ob diese Geräte ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.
Wie bei vielen Aspekten rund um die Fruchtbarkeit ist die Antwort nicht so einfach wie ein Ja oder Nein, aber es ist ratsam, einige Punkte zu berücksichtigen.
Elektronische Geräte senden eine sehr schwache Form von Strahlung aus, die als nichtionisierende Strahlung bezeichnet wird. Diese Strahlung ist nicht in der Lage, die DNA von Menschen zu schädigen, wie es beispielsweise ionisierende Strahlung bei Röntgenstrahlen oder Strahlentherapie tun kann.
In diesem Zusammenhang haben einige Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation oder die Internationale Strahlenschutzkommission darauf hingewiesen, dass es keine belastbaren Hinweise darauf gibt, dass die alltägliche Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern Unfruchtbarkeit jeglicher Art verursacht, solange die Werte innerhalb der als sicher geltenden Bereiche liegen. Dennoch gibt es einige Studien, die mögliche indirekte Effekte festgestellt haben, insbesondere im Zusammenhang mit Wärme und oxidativem Stress.
Die von Mobiltelefonen, WLAN oder Bluetooth ausgesandte nichtionisierende Strahlung ist von geringer Intensität. Unter normalen Bedingungen ist die vom Körper aufgenommene Energie in diesen Fällen minimal. Eine langanhaltende und sehr körpernahe Exposition (zum Beispiel das Tragen des Telefons in der vorderen Hosentasche über viele Stunden) könnte jedoch mit einer Zunahme von oxidativem Stress, leichten Veränderungen der Spermienbeweglichkeit oder Veränderungen der Samenqualität in Verbindung gebracht werden, auch wenn es hierzu bislang keinen endgültigen wissenschaftlichen Konsens gibt.
Die potenziellen Auswirkungen von Mobiltelefonen auf die männliche Fruchtbarkeit gehören zu den Themen, die das größte Interesse geweckt haben. Es wurden viele Studien durchgeführt, und einige davon kamen zu dem Schluss, dass Männer, die täglich ein Mobiltelefon nutzen oder es ständig in der Hosentasche tragen, eine leichte Verringerung der Samenqualität aufweisen könnten (was nicht gleichbedeutend mit Sterilität ist). Zu den wichtigsten Hypothesen zählen die Erhöhung der lokalen Temperatur im Hodenbereich oder die Wirkung elektromagnetischer Felder auf die DNA der Spermien.
Dennoch wurde in keinem Fall festgestellt, dass die gewöhnliche Nutzung von Mobiltelefonen Unfruchtbarkeit verursacht. Vorsorglich kann es jedoch empfehlenswert sein, das Telefon nicht über längere Zeit direkt am Körper zu tragen, insbesondere wenn ein Kinderwunsch besteht.

Bei Frauen gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die Nutzung dieser Geräte die ovarielle Reserve oder die Qualität der Eizellen beeinflusst, da sich die Eierstöcke geschützt innerhalb der Beckenhöhle befinden und dadurch besser vor möglichen äußeren Einflüssen wie Wärme geschützt sind.
Abgesehen von der Strahlung ist das Hauptproblem bei der Nutzung eines Laptops direkt auf den Beinen die Erhöhung der Skrotaltemperatur. Die Hoden benötigen eine leicht niedrigere Temperatur als die Körpertemperatur, um Spermien optimal zu produzieren. Die längere Nutzung eines Laptops auf dem Schoß kann diese Temperatur um mehrere Grad erhöhen, was tatsächlich mit vorübergehenden Veränderungen der Spermienproduktion in Verbindung gebracht wurde.
Deshalb wird bei Kinderwunsch empfohlen, den Laptop auf einem Tisch zu verwenden und eine längere Nutzung direkt auf dem Schoß zu vermeiden.
WLAN-Netzwerke und Bluetooth-Geräte senden Strahlung mit sehr geringer Leistung aus. Bislang gibt es keine belastbaren Nachweise dafür, dass ihre übliche Nutzung im Haushalt die weibliche oder männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigt.
Haushaltsgeräte wie Mikrowellen, Haartrockner, Staubsauger oder Induktionskochfelder erzeugen während des Betriebs elektromagnetische Felder, jedoch innerhalb der als sicher geltenden Grenzwerte. Mikrowellen sind beispielsweise so konzipiert, dass die Strahlung im Inneren eingeschlossen bleibt. Solange das Gerät in gutem Zustand ist, stellen sie kein Risiko für die Fruchtbarkeit dar.
Tatsächlich stellt die Exposition gegenüber diesen elektronischen Geräten keine Gefahr für die Fruchtbarkeit dar. Dennoch kann die Anwendung einiger einfacher Vorsichtsmaßnahmen für mehr Sicherheit sorgen, insbesondere bei Menschen mit Kinderwunsch. Mehr als um physischen Schutz geht es dabei um digitale Hygiene:
Wenn es darum geht, die Fruchtbarkeit zu schützen, zählt alles. Unnötige Risiken zu reduzieren und vor allem ein gesundes und ausgewogenes Leben zu führen, kann viel zum Prozess beitragen, insbesondere wenn Schwierigkeiten beim Schwangerwerden bestehen und eine assistierte Reproduktion in Betracht gezogen wird.