Von Dr. Pedro Royo Manero (Gynäkologe – Nr. 312203918).
Die ovarielle Stimulation ist eine der ersten Phasen der assistierten Reproduktion und dient dazu, die Entwicklung mehrerer Follikel innerhalb eines Menstruationszyklus zu fördern, um möglichst viele Eizellen zu gewinnen. Bei eingeschränkter ovarieller Reaktion oder wenn der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle spielt, können medizinische Fachkräfte alternative Strategien einsetzen, um jeden Behandlungsversuch zu optimieren. Eine dieser Strategien ist die doppelte ovarielle Stimulation, auch DuoStim genannt.
Diese Technik ermöglicht zwei Stimulationen innerhalb desselben Menstruationszyklus – ein Ansatz, der lange Zeit als nicht durchführbar galt, heute jedoch in sehr spezifischen Situationen angewendet wird.

Bei der doppelten ovariellen Stimulation wird zunächst eine Stimulation während der Follikelphase des Menstruationszyklus durchgeführt, wie bei konventionellen Behandlungen. Anschließend folgt nach der ersten Follikelpunktion eine zweite Stimulation in der Lutealphase (nach dem Eisprung und vor der Menstruation). Beide Phasen finden aufeinanderfolgend innerhalb desselben Monats statt, ohne auf einen neuen Zyklus warten zu müssen.
Auf diese Weise wird die Fähigkeit des Ovars genutzt, zu unterschiedlichen Zeitpunkten des Zyklus Follikel zu rekrutieren, und die Chance erhöht, in kürzerer Zeit eine höhere Gesamtzahl an Eizellen zu gewinnen – besonders wichtig, wenn jede einzelne Eizelle zählt.
Lange Zeit ging man davon aus, dass das Ovar nur einmal pro Menstruationszyklus auf eine Stimulation reagieren könne. Inzwischen wurde jedoch nachgewiesen, dass es mehrere Wellen des Follikelwachstums innerhalb eines Zyklus gibt und dass das Ovar mehrmals stimuliert werden kann, ohne die Qualität der gewonnenen Eizellen zu beeinträchtigen.
DuoStim ist keine routinemäßig eingesetzte Technik für alle Patientinnen, sondern wird in der Regel bestimmten Fällen vorbehalten, etwa bei Frauen mit niedriger ovarieller Reserve, bei Patientinnen mit geringer Reaktion auf eine konventionelle Stimulation oder in Situationen, in denen Zeit ein entscheidender Faktor ist, wie bei fortgeschrittenem maternalen Alter oder vor Beginn onkologischer Behandlungen, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. Diese doppelte Stimulation kann nur angewendet werden, wenn die Patientin bestimmte Voraussetzungen erfüllt, die individuell vom behandelnden Arzt beurteilt werden.
In solchen Fällen ermöglicht die Durchführung zweier aufeinanderfolgender Stimulationen eine Beschleunigung der Behandlung und bietet mehr Optionen, ohne die Behandlungsdauer unnötig zu verlängern.
In Protokollen der doppelten ovariellen Stimulation wird häufig die sogenannte „Freeze-all“-Strategie angewendet. Da zwei Stimulationen innerhalb desselben Zyklus erfolgen, werden die nach der ersten Punktion gewonnenen Eizellen oder Embryonen vitrifiziert, da sich das Endometrium in der Lutealphase in der Regel nicht in optimalem Zustand für einen frischen Transfer befindet.
Auf diese Weise werden die Embryonen konserviert und der Transfer in einem späteren Zyklus geplant, wenn die Gebärmutter optimal vorbereitet und synchronisiert ist.
Diese Behandlung zeigt deutlich, wie sich die assistierte Reproduktion hin zu einem immer stärker personalisierten Ansatz entwickelt hat. Im Gegensatz zu Standardprotokollen ermöglichen Techniken wie DuoStim eine Anpassung der Behandlung an die biologischen Eigenschaften und persönlichen Umstände jeder Patientin, mit dem Ziel, die Behandlungsergebnisse zu optimieren und gleichzeitig maximale Sicherheit zu gewährleisten.
Wie bei jeder reproduktionsmedizinischen Technik liegt der Schlüssel in der individuellen Beurteilung jedes einzelnen Falls sowie in einer sorgfältigen Betreuung, um die bestmögliche Strategie für optimale Ergebnisse zu wählen.
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