Von Dr. Elisa Pérez (Gynäkologin – Nr. 203311163).
Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die für sich genommen die Fruchtbarkeit der Betroffenen nicht zwingend beeinträchtigt. Das bedeutet, dass allein das Vorliegen dieser Erkrankung die Chancen auf eine Schwangerschaft nicht vermindert. Es gibt jedoch Faktoren im Zusammenhang mit der Krankheitsaktivität, wie Behandlungen oder bestimmte chirurgische Eingriffe, die berücksichtigt werden sollten.
Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die zwar am häufigsten den Dünndarm und den Dickdarm betrifft, jedoch jeden Teil des Verdauungstrakts befallen kann. Die Erkrankung ist durch das Wechselspiel von Schüben und Remissionsphasen gekennzeichnet.
Während dieser Schübe sind die häufigsten Symptome Bauchschmerzen, anhaltender Durchfall, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Anämie. All dies kann in manchen Fällen zu Komplikationen wie Fisteln, Stenosen oder der Notwendigkeit einer Darmoperation führen. Über die Verdauungssymptome hinaus kann die Erkrankung jedoch einen systemischen Entzündungszustand und Nährstoffmängel verursachen, die das hormonelle Gleichgewicht und die Fortpflanzungsfunktion beeinflussen. Die Diagnose wird häufig bei jungen Menschen gestellt, viele davon im reproduktiven Alter, weshalb Fragen über mögliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit entstehen.
Die Ursache von Morbus Crohn ist komplex und beruht in der Regel auf mehreren Faktoren, wie genetischer Veranlagung, Veränderungen des Immunsystems, Veränderungen der Darmmikrobiota sowie Umweltfaktoren wie Ernährung, Rauchen oder bestimmten Infektionen.
Wenn sich die Erkrankung in Remission befindet, ist die Fruchtbarkeit der Frau mit der der Allgemeinbevölkerung vergleichbar, das heißt, sie wird in keiner Weise beeinträchtigt. In aktiven Krankheitsphasen können jedoch vorübergehende Schwierigkeiten beim Schwangerwerden auftreten.
Die Fruchtbarkeit kann beeinträchtigt werden durch:
Darüber hinaus können einige chirurgische Eingriffe, insbesondere solche am Dickdarm und Rektum, das Risiko von Verwachsungen erhöhen, was die natürliche Empfängnis erschweren könnte. Dennoch gelingt vielen Frauen nach einer angemessenen medizinischen Kontrolle eine Schwangerschaft.

Auch bei Männern kann Morbus Crohn Auswirkungen haben, wobei diese in den meisten Fällen reversibel sind und vor allem vom klinischen Zustand abhängen. Tatsächlich ist eine dauerhafte Unfruchtbarkeit infolge dieser Erkrankung sehr ungewöhnlich. Allerdings können chronische Entzündungen, erheblicher Gewichtsverlust oder bestimmte Nährstoffmängel die Samenqualität beeinträchtigen.
Darüber hinaus können einige Medikamente zur Behandlung der Erkrankung, wie Sulfasalazin, vorübergehend die Spermienzahl oder die Beweglichkeit der Spermien verändern. Diese Effekte verbessern sich jedoch in der Regel nach einer Anpassung der Medikation unter ärztlicher Aufsicht.
Eine der häufigsten Fragen ist, ob die Medikation die Fruchtbarkeit oder die Entwicklung der Schwangerschaft beeinträchtigen kann. Im Allgemeinen ist es entscheidend, die Erkrankung unter Kontrolle zu halten – sowohl für die allgemeine Gesundheit als auch zur Vorbeugung möglicher Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit, insbesondere wenn eine Schwangerschaft angestrebt wird. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Schwangerschaft zu planen, wenn die Erkrankung seit mindestens sechs Monaten kontrolliert ist (in Remission). Dieses „Remissionsfenster“ ist die ideale Situation, um sicherzustellen, dass der Körper ernährungsphysiologisch vorbereitet ist und das Risiko von Rückfällen während der Schwangerschaft zu verringern.
Die entzündliche Aktivität stellt ein größeres Risiko für die Fruchtbarkeit und die Schwangerschaft dar als viele der verfügbaren Behandlungen. Daher sollte die Schwangerschaftsplanung koordiniert zwischen dem Facharzt für Gastroenterologie und dem Team für assistierte Reproduktion oder Gynäkologie erfolgen.
Die meisten Medikamente, die zur Behandlung dieser Erkrankung eingesetzt werden, ermöglichen eine sichere Schwangerschaftsplanung, wobei jedoch jeder Fall individuell beurteilt werden muss.
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