Von Dr. Sara Fueyo Pestaña (Gynäkologin – Nr. 202008718).
Immunologische Unfruchtbarkeit tritt auf, wenn das Immunsystem den Fortpflanzungsprozess negativ beeinflusst, indem es Spermien angreift oder die normale Entwicklung des Embryos verhindert.
In manchen Fällen erkennt das Immunsystem der Frau die Spermien fälschlicherweise als fremde Eindringlinge und zerstört sie. Ebenso kann der Körper den Embryo in einem sehr frühen Stadium angreifen, was zu Einnistungsproblemen oder wiederholten Fehlgeburten führen kann.
Schätzungen zufolge haben 2 von 10 Paaren mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen, und ein Teil dieser Schwierigkeiten kann immunologische Ursachen haben – auch wenn es keine genauen Statistiken über deren Häufigkeit gibt.
Eine überaktive oder fehlgeleitete Immunantwort kann die Einnistung des Embryos verhindern. In manchen Fällen erkennt das Immunsystem der Frau die Signale des Embryos nicht richtig, was dessen DNA beeinträchtigen und die Entwicklung stoppen kann.
Ein weiteres Anzeichen für immunologische Unfruchtbarkeit ist die wiederholte Abstoßung des Embryos, den der Körper als Fremdkörper wahrnimmt. Dies geschieht durch die Bildung von Antikörpern, die den Embryo oder die Plazenta angreifen und das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen.

Zur Diagnose sind verschiedene Tests erforderlich, darunter Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Antikörpern, Entzündungsmarkern oder Autoimmunerkrankungen. Häufig wird auch eine Thrombophilie-Diagnostik durchgeführt, um Faktoren wie Lupus-Antikoagulans oder Antikardiolipin-Antikörper zu identifizieren, die zu Blutgerinnseln führen können und so die Einnistung beeinträchtigen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Analyse der Aktivität und Anzahl der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen). Eine übermäßige Aktivität dieser Zellen kann sowohl die Einnistung als auch die embryonale Entwicklung stören.
In der Klinik IVF-Life führen wir im Rahmen erweiterter Untersuchungen bei Einnistungsversagen oder wiederholten Fehlgeburten eine spezialisierte immunologische Untersuchung durch. Dieser Test besteht aus einer Endometriumbiopsie in der Lutealphase (der Phase des Menstruationszyklus, in der der Eisprung stattfindet) sowie einer Blutuntersuchung zur Überwachung der Immuntherapie.
Mit diesem Test können wir die Verteilung der Immunzellpopulationen genau analysieren – insbesondere die Anzahl und Aktivität der endometrialen NK-Zellen sowie das Gleichgewicht der T-Lymphozyten-Subpopulationen. So lassen sich immunologische Ungleichgewichte erkennen, die die Einnistung und Entwicklung des Embryos beeinträchtigen könnten.
Dank dieser Ergebnisse kann unser Ärzteteam eine individuelle Behandlung entwickeln, um das immunologische Gleichgewicht wiederherzustellen und die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erhöhen.

Die Behandlung umfasst in der Regel den Einsatz von Immunmodulatoren, wie Kortikosteroiden, um die Immunantwort zu dämpfen und die Einnistung zu fördern. Zusätzlich werden Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer eingesetzt, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern, die die Einnistung stören könnten. Es gibt auch gezielte Therapien zur Modulation der Immunantwort, um die Erfolgschancen zu verbessern.
Das Wichtigste ist, die Ursache der Unfruchtbarkeit korrekt zu identifizieren, um einen maßgeschneiderten Behandlungsplan zu erstellen. Immunologische Unfruchtbarkeit ist eine komplexe Erkrankung, aber es stehen zahlreiche Tests und Therapien zur Verfügung.
Wenn du Schwierigkeiten hast, schwanger zu werden, oder wiederholt Fehlgeburten erlitten hast, solltest du unbedingt einen Spezialisten aufsuchen, um abzuklären, ob eine immunologische Ursache vorliegt. In unserer Klinik steht dir ein erfahrenes medizinisches Team zur Seite, das dir hilft, deine Situation besser zu verstehen und die passende Behandlung zu finden. Zögere nicht, uns für ein Beratungsgespräch zu kontaktieren.
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