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Alles was Sie über Ihre Eizellreserve wissen sollten

Die meisten Frauen denken nicht über die Anzahl oder Qualität Ihrer Eizellen nach, bis Sie Kinder haben möchten und es nicht klappt. Das passiert oft nach dem 30. Lebensjahr – genau deshalb ist es jedoch wichtig mehr über die eigene Eizellreserve zu wissen. 

Auch wenn die meisten Frauen sich bewusst sind, dass jede Frau nur mit einer bestimmten Anzahl an Eizellen zur Welt kommt, merken die meisten erst wie wichtig diese kleinen Eizellen wirklich sind und wie schnell diese im Laufe der Jahre verschwinden, wenn die ersten Fruchtbarkeitsprobleme auftreten.

Im Anschluss fassen wir die wichtigsten Informationen zum Thema Eizellreserve zusammen und beantworten die häufigsten Fragen, um Ihnen zu helfen, besser zu verstehen, was Oozytenqualität und Antralfollikelzahl sind und warum es ab dem 30. Lebensjahr so oft zu Fruchtbarkeitsroblemen kommt.

Unfruchtbarkeit und Eizellreserve

Um verstehen zu können, was mit der Eizellreserve einer Frau im Laufe ihres Lebens passiert und was sie mit Unfruchtbarkeit zu tun hat, beginnen wir mit den Basics: Schon im Mutterleib besitzt eine Frau eine Eizellreserve von 6 Millionen Eizellen.

Direkt nach der Geburt, sinkt diese bereits um 70% , somit bleibt eine Eizellreserve von 2-3 Millionen Eizellen. Des Weiteren verlieren Frauen durch die Menstruation jeden Monat bis zum Beginn der Menopause weitere 1.000 Eizellen.

Ab dem 35. Lebensjahr, beschleunigt sich der Verlust der Eizellen, denn diese altern so wie wir Menschen es tun. Mit jedem vergehenden Tag sinkt hiermit nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Eizellen und die damit verbundene Chancen noch ein Kind zu bekommen.

AMH Werte

Ein wesentlicher Faktor für die Messung der Eizellreserve ist die Bestimmung des AMH-Wertes, auch bekannt als Anti-Müller-Hormon. Dieses Hormon wird in den Follikeln produziert, in denen die Eizellen heranreifen.

Der AMH-Wert wird durch einen Bluttest gemessen. Das Ergebnis gibt uns Aufschluss über die Eizellreserve sowie über die Qualität der Eizellen der Patientin.

Die Einschätzung der Eizellreserve einer Patientin sowie der Funktionsfähigkeit ihrer Eierstöcke ermöglicht es uns, die Behandlung auf jeden individuellen Fall anzupassen, und somit die Erfolgschancen der Behandlung zu erhöhen.

Wenn der AMH-Wert niedrig ist, können wir daraus schließen, dass die Eierstöcke gealtert sind, denn auch der Hormonspiegel nimmt mit den Jahren ab.

Zählung der Antralfollikel

Die Antralfollikel werden mittels einer Ultraschalluntersuchung gezählt (transvaginaler Ultraschall) bei der die Fachärzte die Anzahl der sich entwickelnden Follikel in jedem Eierstock erkennen können. Mit dieser Analyse kann eine Schätzung der Gesamtzahl der Eizellen vorgenommen werden.

Sind AMH und Antralfollikel verlässliche Maßstäbe?

Patientinnen eines bestimmten Alters, die versuchen möchten, mit Ihren eigenen Eizellen schwanger zu werden, lassen in der Regel ihre Eizellreserve mittels AMH-Werte und Ultraschall feststellen. Nur die Kombination aus beiden Testergebnissen kann die Eizellreserve genau bestimmen und dabei helfen die richtige Behandlung zu finden.

Denn es gibt Fälle bei denen die AMH-Werte nicht mit den Ergebnissen der Ultraschalluntersuchungen, bei denen die aktiven Follikel bestimmt werden, übereinstimmen. Und umgekehrt gibt es auch Fälle in denen niedrige AMH-Werte nicht mit dem Ergebnis der Ultraschalluntersuchung übereinstimmen. Es kann sein, das beim Ultraschall viele aktive Follikel gesichtet wurden, die zu einer erfolgreichen Stimulation und Schwangerschaft führen könnten.

Viele Patientinnen kommen mit wenig versprechenden Ergebnissen ihrer AMH-Wert Analyse in unsere Klinik, die darauf hindeuten, dass sie nur mittels einer Eizellspende schwanger werden können. In diesen Fällen ist es von entscheidender Bedeutung zu verstehen, dass die Reproduktionsfähigkeit einer Frau nicht durch einen einzigen Parameter, wie z.B. AMH, bewertet werden kann.

Die Bestimmung der Eizellreserve

Wir machen es uns zur Aufgabe, die Diagnose bei Patientinnen mit niedrigem AMH-Werten zu vervollständigen, indem wir an bestimmten Punkten ihres Menstruationszyklus weitere Tests und Ultraschalluntersuchungen durchführen, um zu beurteilen, in welchem Stadium es am meisten Sinn macht, mit der Stimulation der Eierstöcke zu beginnen. Hierbei ist es nämlich wichtig, zu beobachten, wann eine gute Anzahl aktiver Follikel präsent ist.

Andererseits gehen wir bei IVF-Life über die traditionellen Follikelphasen hinaus und spezialisieren uns auf Techniken zur ovariellen Stimulation für die Vorbereitung der Follikel vor der Stimulation sowie die Entwicklung von anderen Mitteln zur Verbesserung der Follikelqualität.

Diese therapeutischen Methoden werden andererseits durch zusätzliche Techniken ergänzt, die uns helfen, andere Faktoren festzustellen, die zum Erreichen einer Schwangerschaft beitragen. Diese sind zum Beispiel: die genetische Lebensfähigkeit des Embryos, die Empfänglichkeit der Gebärmutterschleimhaut oder andere immunologische Faktoren.

Als Experten auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin betonen wir, dass wir uns nicht allein auf die AMH-Werte verlassen können, um die beste Behandlung für ein erfolgreiches Ergebnis zu bestimmen.

Kann man die Eizellqualität verbessern?

Wenn wir über Eizellqualität sprechen, beziehen wir uns hauptsächlich darauf, ob die Eizelle genetisch normal (euploid) oder anormal (aneuploid) ist. Eine Eizelle von guter Qualität sollte 23 Chromosomen enthalten. Mit zunehmendem Alter der Frau erhöht sich das Risko, dass Eizellen mit der falschen Anzahl von Chromosomen produziert werden. Das bedeutet, dass vielen der anormalen Eizellen keine Befruchtung gelingt oder sie Entwicklungsprobleme haben können. Darunter zählt man die Zunahme der Möglichkeit einer Fehlgeburt, einer fehlgeschlagenen IVF-Behandlung oder der Empfängnis eines Kindes mit genetischen Problemen wie Down-Syndrom.

Leider gibt es kein diagnostisches Instrument, das uns hilft, die Qualität der Eizellen zu bestimmen. Wir wissen jedoch, dass das beste Fortpflanzungsalter, in dem qualitativ hochwertige Eizellen produziert werden, bei etwa 20 Jahren liegt. Doch dies führt oft zu Frustration, da dies für viele nicht das optimale Alter für ihre Familiengründung ist.

Um unserer Gesundheit gut zu tun und in gewisser Weise auch unsere Fruchtbarkeit etwas zu verbessern können wir:

Kleine Änderungen an unserem Lebensstil vorzunehmen

  • Eine ausgewogene Ernährung.
  • Regelmässige Bewegung
  • Das Gewicht halten  (angemessener Body-Mass-Index (BMI 18-24).
  • Das Rauchen aufgeben.
  • Übermäßigen Verzehr von Zucker begrenzen.
  • Weißbrot meiden.
  • Industriell verarbeitete Lebensmitteln und gesättigte Fette meiden.

Es sind kleine Veränderungen, die uns in der Zukunft helfen werden eine Schwangerschaft zu erreichen.

Und natürlich auch die Reduzierung unseres Stresspegels wird sich nicht negativ auf unsere Fruchtbakreit auswirken. Auch obwohl dies etwas kompliziert ist, wenn man mitten in der Planung seiner Familie steckt und eine Schwangerschaft einfach nicht eintritt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Stress die Produktion von Hormonen wie Cortisol und Prolaktin auslöst, die zu einer Störung des Eisprungs führen können. Darüber hinaus ist es für die Qualität unserer Eizellen von Vorteil, hydriert zu bleiben, da dies den Sauerstofftransport zu unseren Zellen unterstützt.

Es ist klar, dass der einfachste Weg zum Mutter werden darin liegt, mit der ersten Schwangerschaft nicht zu lange zu warten. Wir wissen aber auch, dass dieses perfekte Szenario nicht so perfekt für die Frau von heute ist. Deshalb empfehlen wir von IVF-Life Ihnen, sich ärztlichen Rat einzuholen, wenn Sie älter als 36 sind und nach mehr als 6 Monaten noch keine Schwangerschaft erreicht haben.

Artikel, überprüft durch das medizinische Team von IVF-Life