Eizellspende, Demographie und ethnischer Hintergrund

Dank der hohen europäischen Population in Alicante und einem raffinierten Spende-Managementprogramm, sorgt IVF Spain für eine physische Ähnlichkeit zwischen Eizellspenderinnen und Patientinnen.

Wenn IVF Behandlungen im Ausland gesucht werden, drücken viele Mittel- und Nordeuropäer in Foren ihre Zweifel aus, einen Spender zu finden, welcher ihnen physisch ähnelt (blaue Augen, blonde Haare). Andy Harnischfeger, Marketing Analyst bei IVF Spain meint: ”Regelmäßig beobachten wir Patientenforen, um ihre Zweifel und Sorgen festzustellen. Wir haben festgestellt, dass viele deutsche und englische Patienten andere Forenmitglieder fragen, ob es in Spanien auch blonde Spender gibt.”

Diese Feststellung ist auch bekannt in der Wissenschaft. Der deutsche Anthropologe des berühmten Charité Krankenhauses in Berlin, Sven Bergmann, schreibt: “Manche deutsche Paare vermuten, festgestellt in Interviews und auf IVF Internet Foren, dass sie keine Spender mit blonden Haaren und blauen Augen in Spanien finden werden und darum entscheiden sich viele dafür, eine Kinderwunschbehandlung in Tschechien aufzusuchen. Diese Vermutungen basierten jedoch auf einer ethnisch homogenen europäischen Nation, ohne zu beachten, dass südeuropäische Länder durch ein hohes Niveau an Immigration mit einem hohen Anteil Menschen aus Lateinamerika und Osteuropa transformiert wurden.“ (Reproductive Medicine online, November 2011).

Ein hoher Anstieg von Ausländern in der spanischen Bevölkerung

In den letzten Jahrzehnten stieg die Anzahl der Immigranten in Spanien stark an – sicherlich angetrieben durch die Immobilien und den Konstruktionsboom während 1998 und 2000. Spanien ist eines der Länder mit den höchsten Immigrationsraten. Im Vergleich sind sie dreimal so hoch wie in den USA und achtmal so hoch wie in Frankreich. Heutzutage ist die Migrationsrate auf 0,15% gesunken, aber Spanien ist immer noch weltweit unter den TOP 10 der meisten Migranten. Die 5 Millionen Migranten machen in Spanien ganze 10% der Einwohner aus.
Im Gegenteil zu der allgemeinen Wahrnehmung, dass die meisten Immigranten aus Lateinamerika, dem arabischen Raum und Schwarzafrika kommen, stammen die meisten Immigranten eigentlich aus Europa, gleichzeitig aus West- (21,8%) und Osteuropa (17,75%).

Europas Ausländer ergeben ein Viertel der Einwohner in Alicante

IVF Spain befindet sich in Alicante, die spanische Provinz mit dem höchsten Anteil an europäischen Migranten. Ausländer ergeben hier 24% der  466.000 Einwohner, doppelt so viele wie der spanische Durchschnitt. Alicante ist ein attraktives Reiseziel, nicht nur für den Saisontourismus, sondern viele Europäer lassen sich permanent nieder. Wegen des milden Klimas und der mediterranen Umgebung ist die Stadt San Fulgencio in Alicante zum Beispiel die Stadt mit der höchsten Ausländerrate Spaniens (77,58%), gefolgt von Rojales, Teulada, Calpe, Alfaz del Pi und Jávea, zwischen 51% und 65% Ausländern. Torrevieja, auch in der Region Alicante, ist die Stadt in Spanien, mit über 50.000 Einwohnern, mit der größten ausländischen Population: nämlich fast 48%.
Die Engländer sind die am meist vertretensten ausländischen Bewohnern der Region (131.000), gefolgt von Deutschen, Marokkanern und Rumänen (ca. 30.000 Bewohner). Andere wichtige Gruppen europäischen Bewohnern sind Niederländer, Bulgaren, Russen, Belgier und Norweger, ca. 10.000. Es gibt ebenfalls schwedische Kolonien, schweizer und ukrainische, mit jeweils ungefähr 5.000 ausländischen Bewohnern. Als interessanter Fakt, chinesische Migranten, welche bisher in dem Zensus unsichtbar waren, beginnen nun in den Statistiken aufzutauchen, mit 7.000 Repräsentanten, viele von ihnen Unternehmer und Kleinbetrieb Besitzer.

Was bedeutet die Demographie für die Eizellspende?

Zurückkommend auf die Zweifel der mittel- und nordeuropäischen Patienten, von einem pur statistischen Blickwinkel, haben sie durchaus die Chance einen europäischen Spender zu bekommen, vor allem wenn sie nach Alicante kommen. Jedoch ist die Spenderauswahl keine Frage von Statistiken, sondern ein laufender Prozess. Demographien sind Indikatoren des Vorhandenseins von Spendern und eine hohe europäischen Population bedeutet eine hohe Anwesenheit von europäischen Spendern. Es gibt jedoch viele Faktoren, die wichtig sind, sowie Alter, bewiesene Fruchtbarkeit, soziale Werte (Bereitschaft zur Spende) und Einkommen; Frauen mit einem hohen Einkommen sind seltener bereit zu spenden.

In Wirklichkeit existiert eine Spannung zwischen Solidarität und wirtschaftlicher Kompensation. Verschiedene Studien von Eizellspendern in Spanien (zum Beispiel durch Joan Bestard, Zeitung Andaluza der Anthropologie 2013) zeigen, dass beide Faktoren eine Rolle spielen und mit der Zeit, während mehr Spender mit Fruchtbarkeitsbehandlungen vertraut werden und sehen, dass dank ihnen Kinder geboren werden, spielt eine wirtschaftliche Kompensation immer weniger eine Rolle. Sarka Hajnova, Spenderkrankenschwester bei IVFSpain sagt: „Viele Spenderinnen sind traurig, wenn die Zeit gekommen ist mit dem Spenden aufzuhören, denn sie sehen dass sie helfen.“

Das spanische Gesetz fordert eine physische Ähnlichkeit

So eine Spenderanwesenheit ist ein großer Vorteil für Spanien als Lage für eine IVF Behandlung, verglichen mit zum Beispiel Tschechien, denn das spanische Gesetz macht es verpflichtend, dass ein Kind, geboren durch eine Eizellspende, die größtmögliche Ähnlichkeit mit den Eltern hat. Falls zum Beispiel ein Paar, bestehend aus einem deutschen Mann und einer türkischen Frau oder einem britischen Mann und einer chinesischen Frau, eine Eizellspende möchte, fordert das Gesetz, dass die Klinik einen Spender mit einem anatolischen Hintergrund oder ähnlich in dem ersten Fall und einen ostasiatischen in dem zweiten Falle findet. Das Gesetz fordert nicht Spender mit demselben genetischen Ursprung zu finden, aber IVF Spain hat einen Algorithmus entwickelt, eine genetische Korrespondenz zu identifizieren, basierend auf dem Recombine Test für genetisches präkonzeptionelles Screening.